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Als Leitbild für NEUgilt: Wir wollen Natur und Landschaft in und um Nierstein
pflegen und erhalten - wegen ihres eigenen Wertes, wegen ihrer Bedeutung als
Lebensgrundlage für die Niersteiner/Schwabsburger BürgerInnen und die
künftigen Generationen und nicht zuletzt wegen ihres Wertes als Zukunftskapital
für Naherholung und Fremdenverkehr. Dabei sind wir dem Leitgedanken einer
nachhaltigen Entwicklung verpflichtet, für die wirtschaftliche, ökologische und
soziale Gesichtspunkte gleichrangig berücksichtigt werden müssen.
Daran gemessen ist die bisherige Ortspolitik zu einseitig auf Wachstum mit
überdurchschnittlichem Flächenverbrauch ausgerichtet. Wir wollen
demgegenüber größeres Gewicht auf ökologische Notwendigkeiten legen.
Diese umfassen:

  • Verringerung des Flächenverbrauchs,
  • sozial-ökologische Dorferneuerung und Dorfrevitalisierung,
  • Erhalten der Tier- und Pflanzenwelt und ihrer Lebensstätten,
  • dauerhaftes Sichern von Vielfalt, Eigenart, Schönheit, Erholungswert der heimischen Natur und Landschaft.

Der Landverbrauch ist derzeit eines der größten ungelösten Umweltprobleme in Deutschland, auch in Rheinland-Pfalz. Das statistische Landesamt meldet, dass in Rheinland-Pfalz durchschnittlich 61.000 Quadratmeter pro Tag in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt werden (Statistische Monatshefte Rheinland-Pfalz 07/2008). Auch in Nierstein ist dieses Problem augenscheinlich. Durch die Umwandlung ehemals landwirtschaftlich genutzter Flächen in Bauland und die hierdurch eingetretene Bevölkerungsentwicklung hat sich der Anteil an Siedlungs- und Verkehrsflächen in den vergangenen zehn Jahren um etwa 10 - 15 % erhöht.
Die Ausweisung neuer Baugebiete und die bisherige Attraktivität von Nierstein hat aber neben dem Verlust an (landwirtschaftlicher Nutz-)Fläche auch eine Zunahme des motorisierten Individualverkehrs und damit eine steigende Umweltbelastung zur Folge.

Welche Konsequenzen leiten wir daraus ab?

  • NEU lehnt eine weitere Ausweisung von Neubaugebieten auch unter Umweltaspekten ab. Die bereits ausgewiesenen Bebauungsgebiete und noch vorhandenen Bauplätze reichen aus, die Nachfrage der BürgerInnen und von Zuzüglern zu decken.
  • NEU wird sich dafür einsetzen, dass der Ortsinnenentwicklung vor der Ortsrandentwicklung Vorrang eingeräumt wird.
  • NEU setzt sich dafür ein, die jetzt noch vorhandenen naturnahen Freiflächen und Baumbestände im innerörtlichen Bereich Niersteins zu erhalten. Sie dürfen nicht versiegelt und bebaut werden, denn sie sind wichtig zur Erhaltung der Lebensqualität, des Erscheinungs-bildes und des Charakters der Gemeinde.
  • NEU wird auf bessere Voraussetzungen zum Bau von Energiespar- und insbesondere Passivhäusern drängen. Beispielsweise wird in den bestehenden Plänen aus optischen Gründen noch immer eine Firstrichtung vorgeschrieben, die keine optimale Nutzung der Sonnenenergie ermöglicht.
  • NEU wird sich dafür einsetzen, dass die vorhandenen Grünzüge am Roten Hang und im Ried von jeglicher Bebauung freigehalten werden. Begründung: Wegen der Becken- und Tallage der Gemeinde gibt es in Nierstein vor allem bei Inversionswetterlagen schlechte Luftaustauschbedingungen. Daher ist Nierstein im Regionalen Raumordnungsplan als "bioklimatischer Bedarfsraum mit einem hohen Bedarf an Frisch- und Kaltluft" ausgewiesen. Die Plateauflächen im Norden und Westen, von denen die benötigte Kaltluft einfließen kann, sind als "Grünzüge" gekennzeichnet, die von Bebauung freigehalten werden sollen. Wir werden darauf drängen, dass diese Empfehlung im Interesse der Klimaerhaltung nicht verletzt wird.
  • NEU ist sich der Kulturlandschaft um Nierstein/ Schwabsburg und der sich hier angesiedelten, z.T. sehr seltenen Tier- und Pflanzenarten bewusst. Diese Ökosysteme sollten erhalten bleiben und geschützt werden.
    Zu den wichtigsten Bereichen zählt NEU:
    • die noch verbliebenen Gärten am Ortsrand, vor allem im Ried: Mit ihrer gestalterischen Vielfalt sind sie wertvolle Rückzugsgebiete für eine Vielfalt von Vogelarten.
    • die Weinhänge im Rotliegenden mit Terrassen und Trockenmauern: Sie bieten Lebensraum und Brutplätze u.a. für den sehr seltenen Steinschmätzer – NEU hat im Stadtrat einen Antrag zum Erhalt der Trockenmauern durchgesetzt.
    • die Plateauflächen mit Nussbäumen: Sie prägen nicht nur das Landschaftsbild sondern sind auch wichtige Lebensstätten vieler Vogelarten. Bestehende Bäume sollten erhalten bleiben, und auf gemeindeeigenen Flächen sollten neue Bäume gepflanzt werden.
    • Flügelsbach als Landschaftsteil: Zwischen Nierstein und Schwabsburg wurde das Bachbett teilweise naturfern ausgebaut, wodurch es seine ökologische Bedeutung verlor. NEU fordert auch für diesen Abschnitt Renaturierungsmaßnahmen in Richtung Schwabsburg.
    • Steinbruch: Sehr seltene Arten, z.B. der Uhu oder der Ölkäfer (größtes Vorkommen in Rheinland-Pfalz, möglicherweise sogar in Deutschland) finden hier ihren Lebensraum. NEU setzt sich für die Erhaltung dieses Lebensraumes ein und wird die Gestaltung eines Rundwegs am Rande des Bruchs anregen, der Spaziergängern erlaubt, dieses einzigartige Refugium nahe zu erleben ohne die Tiere zu stören.